Der „gespaltene Fels" der Katharer
Der Name Roquefixade stammt aus dem Okzitanischen rocca fissada — „gespaltener Fels" — und erinnert an den spektakulären natürlichen Spalt im Kalksteinsporn, den mittelalterliche Architekten mit einem Steinbogen überbrückten, um den Eingang zur Burg zu bilden. Erstmals 1034 erwähnt, ist sie eine der wichtigsten katharischen Festungen im Osten der Ariège, an der Grenze des Pays d'Olmes. Über 100 Meter lang, gliedert sie sich in zwei übereinanderliegende Mauerkränze, deren „Acht"-Anordnung eine gestaffelte Verteidigung ermöglichte.
Der Albigenserkreuzzug und der Widerstand
Im Herzen des 13. Jahrhunderts hatten die Herren von Pailhès, Inhaber des Sitzes, den katharischen Glauben vollständig angenommen und kämpften an der Seite der Grafen von Toulouse und Foix gegen die Truppen des Nordens. 1212 strafte die Kreuzfahrerarmeen ihren Widerstand, indem sie das Dorf am Fuß der Burg niederbrannten. Nach dem Fall von Montségur 1244 gelangte Roquefixade 1278 unter königliche Hoheit.
Architektur und Abriss
Die Festung gliedert sich in zwei ineinandergreifende Mauerkränze. Der Hauptbering, den Kamm entlang geführt, war über ein Vortor zugänglich. Der obere Bereich — das eigentliche Schloss — war über einen mit Fallgatter gesicherten Torturm zu betreten. 1632 ordnete Ludwig XIII. den Abbruch von Roquefixade an, wie so viele Burgen der Ariège. Die heute sichtbaren Überreste sind das Ergebnis dieser vorsätzlichen, aber nicht zu Ende geführten Zerstörung.
Zugang und Besuch
Seit 1995 als historisches Denkmal eingetragen, ist Roquefixade vom Dorf aus über einen markierten Weg (ca. 25–30 Minuten) frei zugänglich. Unsere 360°-Panoramen geben das großartige Panorama über die katharischen Pyrenäen wieder.